Bienen auf einem hölzernen Rähmchen

Beutensysteme im Vergleich: Zander, Normalmaß, Dadant, Trogbeute, Warré und Bienenkiste

Beutensysteme im Vergleich: Zander, Deutsch Normalmaß, Dadant, Langstroth, Trogbeute, Warré und Bienenkiste mit Maßen, Gewichten, Betriebsweise und Preisen.

Unter Beutensystemen versteht man in Deutschland vor allem zwei Entscheidungen: das Rähmchenmaß (Zander, Deutsch Normalmaß, Dadant, Langstroth) und die Betriebsweise (Zweiraum oder Einraum, Magazin oder Trogbeute). Für die meisten Neuimker ist ein Zander- oder Normalmaß-Magazin im Zweiraumbetrieb die sicherste Wahl, weil Vereine, Ablegerverkäufer und Fachhandel darauf eingestellt sind. Dadant lohnt sich für Imker, die leichtere Honigzargen und wabenweises Arbeiten wollen, die Trogbeute für alle, die keine Zargen heben können oder wollen. Warré, Top-Bar-Hive und Bienenkiste sind Naturwabenbeuten für wenige Völker mit kleiner Ernte.

Die LWG Veitshöchheim nennt jede Beute „einen Kompromiss“ zwischen den Bedürfnissen der Bienen und der Handhabbarkeit für den Imker, und ihre wichtigste Empfehlung ist kurz: „einheitliches System!“. Dieser Beitrag vergleicht die Systeme. Alle Einzelheiten zum verbreitetsten deutschen Maß, von der Oberträgerlänge bis zum Jahresablauf, stehen im Beitrag zur Zanderbeute.

Welche Beutensysteme gibt es in Deutschland?

Beuten lassen sich nach drei Merkmalen ordnen:

  • Wabenbau: Mobilbau mit Rähmchen, die sich zerstörungsfrei ziehen lassen, Stabilbau mit fest angebauten Waben wie im Korb, oder Mischformen mit Oberträgern ohne Rähmchen.
  • Erweiterung: vertikal im Magazin, horizontal in der Lager- oder Trogbeute, gar nicht im klassischen Korb.
  • Raumnutzung: Zweiraum mit einem Rähmchenmaß für Brut und Honig oder Einraum mit hohem Brutraum und flachen Honigzargen.

Die LWG führt als in Bayern meistverbreitete Systeme zwei Gruppen an: kompatible Magazine mit einheitlicher Zargenhöhe (Hohenheimer Einfachbeute, Zander-Normalmaßbeute oder Heroldbeute, Erlanger Magazin, Zanderbeute) und Beuten mit hoher Brutraumzarge und flachen Honigzargen (Dadant, Zadant). Für Korb und Klotzbeute nennt sie weder eine Behandlung von oben noch von hinten. Beide sind Stabilbau: Die Waben sind fest angebaut und werden bei der Entnahme zerstört, Kontrolle und Behandlung von Krankheiten sind laut LWG „stark eingeschränkt“. Den Korb kann man zudem nicht erweitern.

System Bauweise Wabenbau Betriebsweise Typischer Einsatz
Zander-Magazin vertikal, gleich hohe Zargen Rähmchen 420 × 220 mm Zweiraum Standard vieler Vereine, Hobby und Erwerb
Deutsch-Normalmaß-Magazin, etwa Segeberger vertikal, gleich hohe Zargen Rähmchen 370 × 223 mm Zweiraum, Honigraum auch als Halbzarge Hobby und Erwerb, viele Styroporbeuten
Dadant vertikal, hohe Brutzarge, flache Honigzargen Rähmchen 448 × 285 mm Einraum Imker mit großem Brutnest, Erwerbsimkerei
Zadant, Zander 1,5 vertikal, hohe Brutzarge in Zanderlänge hohes Zanderrähmchen Einraum Zanderimker, die auf Einraum umstellen
Langstroth vertikal, gleich hohe Zargen Rähmchen 448 × 232 mm meist Zweiraum weltweiter Standard, in Deutschland selten
Trogbeute, Lagerbeute horizontal, langer Kasten Rähmchen wabenweise rückenschonend, Bienenhaus, Hobby
Top-Bar-Hive horizontal, schräge Wände Oberträger ohne Rähmchen wabenweise Garten, Beobachtung, Wabenhonig
Warré vertikal, Erweiterung von unten Oberträger ohne Rähmchen Zargen gleicher Größe naturnahe Haltung, wenig Eingriffe
Bienenkiste horizontal, Kiste mit Trennschied Leisten ohne Rähmchen Naturbau Einsteiger mit ein bis zwei Völkern, kleine Ernte

Wie groß sollte die Wohnung sein? Seeley und Morse zeigten 1978 in Insectes Sociaux, dass Schwärme Hohlräume um 40 Liter gegenüber 10 oder 100 Litern bevorzugen. Eine Zander-Zarge hat nach unserer Überschlagsrechnung je nach Hersteller rund 40 Liter Innenraum und liegt damit in dieser Größenordnung, zwei Brutzargen bieten etwa das Doppelte, eine Dadant-Brutzarge liegt dazwischen. Im Imkerbetrieb zählt aber nicht der Schwarmhohlraum, sondern wie viel Platz das Volk zur Hauptentwicklung braucht, und den liefert jedes System über Erweiterung.

Welche Rähmchenmaße gibt es und wie unterscheiden sie sich?

Das Rähmchenmaß ist die folgenreichste Entscheidung, denn es legt Zargen, Mittelwände, Futtertaschen, Schleuderkörbe und Ableger fest. Die LWG gibt die Maße so an:

Rähmchen Oberträger Außenmaß (L × H) Wabenfläche je Seite Rähmchen je Zarge Mittelwände je kg
Zander 477 mm 420 × 220 mm 8,0 dm² 9 oder 10 12 bis 16
Zander nach Weiß (Erlanger Magazin) 452 mm 420 × 220 mm 8,0 dm² 9 oder 10 12 bis 16
Deutsch Normalmaß 394 mm 370 × 223 mm 7,3 dm² 12 14 bis 17
Dadant 483 mm 448 × 285 mm 10,8 dm² 12 10 bis 12
Langstroth 482 mm 448 × 232 mm 8,8 dm² 10 (üblich) 12 bis 15

Was im deutschen Handel als „Dadant“ verkauft wird, ist meist das amerikanische Maß, oft „Dadant US“ oder „Dadant modifiziert“ genannt: Holtermann beschreibt seine 12er-Dadant-US-Beute mit Brutrahmen von 482 × 285 mm; die 482 mm sind die Oberträgerlänge, das Außenmaß des Rähmchens beträgt wie in der LWG-Tabelle 448 mm. Das französische Dadant-Blatt-Maß ist ein anderes Rähmchen und passt nicht in dieselbe Zarge. Auch beim Zander gibt es zwei Oberträgerlängen, 477 und 452 mm, die nicht zusammenpassen. Klären Sie beim Kauf also nicht nur den Namen, sondern die Oberträgerlänge.

Für alle Systeme gelten dieselben Grundregeln der LWG: Rähmchenabstand 35 mm von Mitte zu Mitte, Bienenabstand von etwa 8 mm, Zargenhöhe gleich Rähmchenhöhe plus mindestens 8 mm, Innenbreite gleich Rähmchenzahl mal 37 mm plus 10 bis 15 mm Puffer.

Wie schwer werden Waben und Zargen?

Die Bieneninstitute rechnen im Infobrief Bienen@Imkerei 21/2020 mit etwa 2 kg Honig oder Futter auf einer voll verdeckelten Zanderwabe und etwa 3 kg auf einer Dadantwabe. Für die übrigen Maße haben wir anteilig nach Wabenfläche gerechnet:

Volle, verdeckelte Wabe Inhalt (ca.) Zarge voll, nur Honig
Zander 2 kg (Infobrief) 10 Waben: rund 20 kg
Deutsch Normalmaß 1,8 kg (berechnet) 12 Waben: rund 22 kg
Langstroth 2,2 kg (berechnet) 10 Waben: rund 22 kg
Dadant Brutwabe 3 kg (Infobrief) Brutzarge wird nicht als Ganzes gehoben

Holz, Rähmchen und Wachs kommen jeweils hinzu. Der Unterschied liegt weniger im Honig je Zarge als darin, was Sie heben müssen: Im Zweiraumbetrieb sind Brut- und Honigzargen gleich schwer, im Einraumbetrieb bleibt die schwere Brutzarge stehen, und Sie heben nur die flacheren Honigzargen.

Einraum oder Zweiraum: welche Betriebsweise passt?

Die Betriebsweise wiegt schwerer als die Beute selbst. Die Tabelle folgt den LWG-Schulungsunterlagen, ergänzt um Erfahrungswerte aus der Praxis:

Kriterium Zweiraum (Zander, Normalmaß, Langstroth) Einraum (Dadant, Zadant)
Rähmchenmaße eines für Brut und Honig zwei, Brutraum höher
Brutraum zwei Zargen, nicht begrenzt eine hohe Zarge, mit Schied begrenzt
Absperrgitter optional in der Regel nötig
Erweitern zargenweise, nach oben oder unten Brutraum seitlich wabenweise, Honigraum zargenweise
Schwarmkontrolle Ankippen der oberen Zarge Ziehen einzelner Waben
Ableger einfach aufwendiger
Gewicht alle Zargen gleich schwer Brutraum schwer, Honigzargen leichter
Kosten gering, weil weit verbreitet höher, zwei Rähmchenmaße

Für wen eignet sich der Zweiraumbetrieb?

Für die meisten Imker mit wenigen Völkern. Alle Waben sind tauschbar: Eine Futterwabe aus dem Honigraum kann ins Brutnest, eine Brutwabe in den Ableger, eine ganze Zarge wird zum Ableger. Die Kippkontrolle in der Schwarmzeit ist schnell, weil die Schwarmzellen meist am Unterträger der oberen Brutzarge sitzen. Der Preis dafür sind mehr Rähmchen je Volk und volle Zargen, die gleich schwer sind wie die Honigzargen. Wie Sie Schwarmstimmung erkennen und vorbeugen, steht im Beitrag zur Schwarmzeit.

Für wen eignet sich der Einraumbetrieb?

Für Imker, die lieber Waben als Zargen bewegen. Das Brutnest sitzt kompakt in einer Zarge, Sie engen es mit einem Schied ein und erweitern Wabe für Wabe. Der Honig liegt in flachen Zargen über dem Absperrgitter, die deutlich leichter sind. Als Nachteil nennt die LWG die schwerere Brutzarge mit mehr Holz. Das schnelle Ankippen zur Schwarmkontrolle entfällt, und ein zweites Rähmchenmaß liegt im Lager.

Zadant und Zander 1,5: Einraum im Zandermaß

Wer Zanderzargen, Honigräume und Schleuder behalten will, aber im Einraum arbeiten möchte, setzt auf eine hohe Brutzarge in Zanderlänge. Der Handel nennt sie Zadant oder „Zander 1,5“. Holtermann führt dafür Rähmchen mit 477 mm Oberträger und 337 mm Höhe, 2026 für 1,59 Euro je Stück. Die Honigräume bleiben normale Zanderzargen. Die Brutwaben passen allerdings nicht in eine normale Zanderzarge, Ableger auf Zanderwaben hängen Sie also nicht direkt um, sondern setzen sie in eine Zanderzarge darunter oder schlagen sie als Kunstschwarm ein.

Zander oder Deutsch Normalmaß?

Beide Maße sind deutsche Klassiker und beide arbeiten im Zweiraumbetrieb. Die Normalmaßwabe ist mit 7,3 dm² etwas kleiner als die Zanderwabe mit 8,0 dm², dafür passen 12 statt 10 Rähmchen in die Zarge. Je Zarge ergibt das 87,6 dm² Wabenfläche je Seite beim Normalmaß gegen 80 dm² beim Zander. Einen Leistungsunterschied für das Volk belegt das nicht; beide Maße sind im Vereinswesen erprobt.

Die Unterschiede liegen in der Praxis:

  • Verbreitung vor Ort: In manchen Vereinen dominiert Zander, in anderen Normalmaß. Ableger und Hilfe bekommen Sie leichter im Maß der Nachbarn.
  • Honigraum: Beim Normalmaß sind Halbzargen als Honigraum verbreitet; die LWG führt Honigräume mit Halbzargen als eigene Variante auf. Das senkt das Gewicht, bringt aber ein zweites Maß ins Lager.
  • Styropor: Verbreitete Styropormagazine wie die Segeberger Beute sind ursprünglich für Normalmaß gebaut.
  • Kompatible Beuten: Die Zander-Normalmaßbeute, auch Heroldbeute genannt, nimmt laut LWG 10 Zanderrähmchen im Kaltbau oder 12 Normalmaßrähmchen im Warmbau auf. Die Zargen sind damit für beide Maße nutzbar, die Waben aber nicht tauschbar.

Wer mit Zander beginnt, findet im Beitrag zur Zanderbeute Maße, Bauformen und Betriebsweise im Detail. Für Normalmaß gelten dieselben Handgriffe, nur mit 12 Waben je Zarge.

Dadant und Langstroth: wann lohnt sich ein anderes Maß?

Dadant

Die Dadantwabe ist mit 10,8 dm² je Seite die größte der gängigen Waben. Ein Volk überwintert auf einer Brutzarge; die Bieneninstitute rechnen mit 2,1 kg Winterfutter je bienenbesetzter Dadantwabe, gegenüber 1,5 kg je Zanderwabe. Gute Gründe für Dadant sind:

  • Sie möchten Honigzargen heben, die leichter sind als eine Brutzarge.
  • Sie arbeiten gern wabenweise und wollen das Brutnest mit dem Schied steuern.
  • Sie halten größere Völkerzahlen und wollen je Volk nur eine Brutzarge durchsehen.

Dagegen spricht in Deutschland vor allem die geringere Verbreitung im Vereinsumfeld: Ableger auf Dadantwaben sind seltener, und Sie brauchen zwei Rähmchenmaße.

Langstroth

Lorenzo Lorraine Langstroth erhielt am 5. Oktober 1852 das US-Patent für seine Beute mit beweglichen Rähmchen; die Grundidee des Bienenabstands prägt bis heute fast alle Magazine. Das Langstrothmaß ist weltweit verbreitet, in der Liste der in Bayern verbreiteten Systeme der LWG taucht es aber nicht auf. Die Wabe ist mit 8,8 dm² etwas größer als Zander. Langstroth wählen in Deutschland vor allem Imker, die international zukaufen, Königinnenzucht mit genormtem Material betreiben oder Waben und Zubehör aus dem Ausland nutzen wollen. Für Einsteiger im Verein ist es meist ein Inselsystem.

Trogbeute und Lagerbeute: rückenschonend imkern?

In der Trog- oder Lagerbeute hängen alle Rähmchen nebeneinander in einem langen, liegenden Kasten. Das Volk wird horizontal erweitert, Sie arbeiten „Rähmchen-weise“, wie die LWG schreibt, statt zargenweise. Die LWG empfiehlt die Lagerbeute ausdrücklich „bei Rückenproblemen“ und nennt daneben Trogbeuten, einen vertikal geteilten Honigraum und Kipphilfen als rückenschonende Lösungen.

Vorteile

  • Keine Zargen heben: Sie ziehen einzelne Waben auf Arbeitshöhe.
  • Ruhiges Arbeiten, das Volk wird nur an der Stelle geöffnet, an der Sie arbeiten.
  • Gut für Bienenhaus und feste Stände.

Nachteile

  • Kein Ankippen, Schwarmkontrolle nur durch Ziehen von Waben.
  • Schwer und sperrig, für die Wanderung kaum geeignet.
  • Begrenzter Platz: Der Honigraum muss entweder im selben Trog hinter einem Absperrgitter liegen oder als Aufsatz kommen.
  • Wenig Zubehör im Handel, oft Selbstbau.

Trogbeuten gibt es für alle gängigen Rähmchenmaße. Wählen Sie das Maß Ihrer Umgebung, dann können Sie Waben und Ableger mit Nachbarn tauschen, obwohl die Beute selbst anders gebaut ist.

Top-Bar-Hive, Warré und Bienenkiste: was leisten Naturwabenbeuten?

Diese drei Beuten verzichten ganz oder teilweise auf Rähmchen. Die Bienen bauen ihre Waben an Oberträgern oder Leisten, die Zellgröße bestimmen sie selbst. Die LWG ordnet solche Waben, die an den Wänden angebaut sein können, dem Stabilbau oder Mischformen zu: Kontrolle und Behandlung sind eingeschränkt, Waben an Wachsbrücken können bei Hitze oder Kälte abreißen. Wer so imkern will, sollte das in Kauf nehmen und sich vorher in die jeweilige Betriebsweise einarbeiten.

Top-Bar-Hive

Der Top-Bar-Hive ist ein liegender Trog mit schrägen Wänden, auf dem nur Oberträger liegen. Durch die schrägen Wände bauen die Bienen ihre Waben seltener an die Seiten an. Die LWG führt den Top-Bar-Hive auf ihrer Seite zu den Grundlagenentscheidungen als Haltungsform neben den Magazinen auf. Waben werden einzeln gezogen, Honig wird als Wabenhonig geschnitten oder gepresst, da die Waben ohne Rahmen nicht in die Schleuder passen. Jede Ernte kostet das Volk Wachs, das es neu bauen muss.

Warré-Beute

Abbé Émile Warré beschrieb seine „ruche populaire“ in „L’Apiculture pour tous“. In der 5. Auflage von 1923 gibt Warré für die Zargen 300 × 300 × 210 mm lichte Weite an, also knapp 19 Liter, mit 8 Oberträgern von 24 mm Breite; die metrischen Baupläne nennen 12 mm Abstand zwischen den Trägern und zur Wand. Statt oben wird unten erweitert: Neue Zargen kommen unter das Volk, die Bienen bauen nach unten, geerntet wird oben. Über dem Volk liegt ein mit Stroh, Hobelspänen oder Laub gefülltes Kissen. Die Pläne nennen 20 mm als Mindestwandstärke und empfehlen 24 mm. Ausführlich behandelt die Warré-Imkerei unser Beitrag zur Warré-Beute.

Bienenkiste

Die Bienenkiste nach Erhard Maria Klein ist eine liegende Holzkiste mit 1.000 mm Länge, 435 mm Breite und 210 mm Höhe im Inneren, nach unserer Rechnung rund 91 Liter. Ein Trennschied teilt einen großen Brutraum von einem kleinen Honigraum. Im Brutraum hängen 12 Trägerleisten mit je zwei 20 mm schmalen Wachsstreifen, im Honigraum 12 kürzere Leisten mit Mittelwänden von 300 × 180 mm. Beides wird aus Deutsch-Normal-Mittelwänden geschnitten. Die Bauanleitung empfiehlt Platten aus Weymouthskiefer mit 25 mm Stärke, Fichte geht auch.

Bemerkenswert für Einsteiger: Zur Kontrolle wird die Kiste über die Stirnseite gekippt, mit einem Ständer aufrecht gestellt und der Boden abgenommen. Die Anleitung warnt ausdrücklich, sie nie mit dem Flugloch nach oben zu stellen. Honig wird in der Regel erst ab dem zweiten Jahr aus dem hinteren Teil geerntet. Die Bienenkiste eignet sich für Gartenimker mit einem oder zwei Völkern, die wenig Honig erwarten.

Was alle drei gemeinsam haben

  • Kleine Ernte: Kein Honigraum mit vielen Schleuderwaben, oft Wabenhonig oder Presshonig.
  • Varroa: Die Pflicht zur jährlichen Behandlung gilt auch hier. Ameisensäure und Oxalsäure müssen an die Beute angepasst werden, die Gebrauchsinformation des Präparats bleibt maßgeblich. Die zugelassenen Mittel und Verfahren erklärt unser Beitrag zur Varroa-Behandlung.
  • Kein Wabentausch: Mit Nachbarn im Magazin lassen sich keine Brut- oder Futterwaben tauschen.

Holz, Styropor oder Kunststoff?

Nach den LWG-Unterlagen, bei den Nachteilen ergänzt um Praxiserfahrung:

Material Vorteile Nachteile
Holz (Weymouthskiefer, Fichte, ca. 20 bis 25 mm) selbst baubar, reparierbar, abflammbar schwerer, braucht Wetterschutz
Styropor leicht, maßhaltig, gute Dämmung nicht abflammbar, nur nass zu reinigen, empfindlich
Kunststoff leicht, maßhaltig wird mit dem Alter spröde
Stroh traditionell lässt sich nicht desinfizieren

Laut LWG ist bei Holzbeuten mit etwa 24 mm Wandstärke „keine besondere Isolierung erforderlich“. Anstriche sind nicht nötig, wenn die Beute einen Überdeckel als Wetterschutz hat; wer streicht, nimmt laut LWG lösungsmittelfreie Anstriche wie Naturöle, und zwar nur außen.

Zur Wärme gibt es neuere Forschung. Derek Mitchell von der University of Leeds kommt 2023 im Journal of the Royal Society Interface zu dem Schluss, dass die äußere Schicht der Wintertraube nicht als Dämmung, sondern als Wärmesenke wirkt. Die Wärmeleitfähigkeit üblicher Holzbeuten kann nach seiner Arbeit bis zu siebenmal höher sein als die von Baumhöhlen mit ihren dicken Holzwänden. Daraus folgt kein Zwang zu Styropor, aber ein Argument für einen gedämmten Deckel, den die meisten Magazine ohnehin haben.

Für die Seuchenhygiene ist Holz im Vorteil: Leere Zargen werden ausgekratzt und abgeflammt, bis sich das Holz leicht verfärbt, oder in heißer 2-prozentiger Natronlauge gewaschen. Styropor verträgt die Flamme nicht. Wer Holz und Styropor mischt, prüft die Außenmaße: Zargen verschiedener Hersteller sitzen oft nicht bündig aufeinander.

Welche Beute passt zu welchem Imker?

Ihre Situation Empfehlung
Einsteiger im Imkerverein das Maß von Verein und Pate, meist Zander oder Normalmaß im Zweiraum
Rücken- oder Gelenkprobleme Trogbeute, Dadant mit flachen Honigzargen oder Halbzargen im Honigraum
Viele Völker, Wanderung Magazin aus Holz oder Styropor mit Wanderboden, ein einziges Maß
Große Brutnester, wabenweises Arbeiten Dadant oder Zadant im Einraum
Gartenimker mit ein bis zwei Völkern, wenig Honig Bienenkiste, Top-Bar-Hive oder Warré
Selbstbau Hohenheimer Einfachbeute oder Bienenkiste nach veröffentlichtem Bauplan

Die wichtigste Regel: Entscheiden Sie sich für ein Maß, und zwar für alle Völker. Der Deutsche Imkerbund zählte 2024 rund 137.000 Mitglieder mit knapp 930.000 Völkern, im Schnitt also knapp sieben Völker je Imker. In dieser Größenordnung bringen zwei Systeme nur Nachteile: Sie können weder Brutwaben zur Verstärkung umhängen noch Futterwaben verteilen oder Ableger zwischen den Völkern bilden.

Was kosten die Systeme?

Für eine Zander-Komplettbeute aus Holz mit Hochboden, drei Zargen und isoliertem Deckel nannte Bienen Schmidt im Oktober 2026 144,90 Euro, ohne Rähmchen und ohne Anstrich. Die LWG kalkuliert in ihrer Startrechnung mit 120 Euro je Magazinbeute, 25 Euro je Zusatzzarge und 1 Euro je Rähmchen. Für Dadant-, Langstroth- und Styroporbeuten gilt: Je weniger verbreitet das Maß, desto kleiner die Auswahl bei Händlern und Gebrauchtangeboten. Bienenkiste, Warré und Top-Bar-Hive werden oft selbst gebaut, die Holzkosten sind dann gering. Was Sie neben der Beute brauchen, zeigt die Liste zur Imkerausrüstung für Anfänger.

Was schreibt das Recht vor, egal welche Beute?

Die Bienenseuchen-Verordnung, zuletzt 2014 geändert, kennt keine Vorschrift zum Beutentyp. Wohl aber Pflichten, die für jede Beute gelten:

  • Anzeige: Nach § 1a zeigen Sie die Bienenhaltung beim zuständigen Veterinäramt an, mit Anzahl der Völker und Standort, spätestens bei Beginn. Das gilt für die Bienenkiste im Garten genauso wie für das Magazin. Ob zusätzlich eine Meldung an die Tierseuchenkasse nötig ist, regeln die Länder; den Ablauf beschreibt unser Beitrag Bienen anmelden.
  • Verbringen: Wer Völker an einen anderen Ort bringt, braucht nach § 5 eine amtstierärztliche Bescheinigung, die frühestens am 1. September des Vorjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate ist. Wanderimker müssen am Wanderstand nach § 5a außerdem ein Schild mit Name, Anschrift und Völkerzahl anbringen und dafür sorgen, dass der beamtete Tierarzt die Völker untersuchen kann.
  • Leere Beuten: Unbesetzte Bienenwohnungen sind nach § 6 stets bienendicht verschlossen zu halten, nach § 16 so zu sichern, dass der Kleine Beutenkäfer nicht hineinkommt.
  • Sperrbezirk: Bei Amerikanischer Faulbrut werden nach § 11 alle Bienenvölker im Sperrbezirk unverzüglich amtstierärztlich untersucht; Bienenwohnungen und benutzte Geräte dürfen nicht vom Stand entfernt werden. Bei Beuten ohne Rähmchen ist eine Brutwabenkontrolle mühsamer und kann Waben zerstören.
  • Varroa: Nach § 15 sind bei Varroabefall alle Völker eines Standes jährlich zu behandeln, unabhängig vom Beutensystem.

Häufige Fragen

Welche Beute ist für Anfänger am besten?

Die Beute, mit der Ihr Imkerverein und Ihr Imkerpate arbeiten. In Deutschland sind das meist Zander- oder Deutsch-Normalmaß-Magazine im Zweiraumbetrieb. Ableger, Ersatzwaben, Futterwaben und Hilfe aus der Nachbarschaft bekommen Sie dann in passender Größe, und die Kurse zeigen genau die Handgriffe, die Sie brauchen. Die LWG Veitshöchheim empfiehlt ausdrücklich ein einheitliches System.

Was ist der Unterschied zwischen Einraum- und Zweiraumbetrieb?

Im Zweiraumbetrieb, typisch für Zander und Normalmaß, haben Brut- und Honigraum dasselbe Rähmchenmaß, der Brutraum umfasst zwei Zargen und wird zargenweise erweitert. Im Einraumbetrieb, typisch für Dadant, sitzt das Brutnest in einer hohen Zarge, die mit einem Schied begrenzt wird, der Honig kommt in flache Zargen mit einem zweiten Rähmchenmaß.

Zander oder Dadant: was ist besser?

Keines ist grundsätzlich besser. Zander bietet ein einziges Wabenmaß, einfache Ablegerbildung und Kippkontrolle, aber volle Zargen von über 20 kg. Dadant bietet eine große Brutwabe von 10,8 dm², leichtere Honigzargen und wabenweises Arbeiten, braucht aber zwei Rähmchenmaße und ist in vielen Vereinen weniger verbreitet. Entscheidend sind Ihr Rücken und das Maß Ihrer Umgebung.

Kann ich verschiedene Rähmchenmaße an einem Stand halten?

Möglich ist es, sinnvoll selten. Waben aus Zander, Normalmaß und Dadant passen nicht ineinander, Sie können also keine Brutwabe zur Verstärkung umhängen, keine Futterwabe tauschen und keinen Ableger zwischen den Systemen bilden. Dazu kommen doppelte Vorräte an Rähmchen, Mittelwänden und Zargen. Wer umstellen will, tut das schrittweise über Ableger und Kunstschwärme.

Sind Styroporbeuten besser als Holzbeuten?

Styropor ist leicht, maßhaltig und dämmt gut, lässt sich aber nicht abflammen und nur nass reinigen. Holz ist robust, reparierbar und kann nach Kontakt mit Krankheitserregern abgeflammt werden. Laut LWG Veitshöchheim ist bei Holzbeuten mit etwa 24 mm Wandstärke keine besondere Isolierung nötig. Wichtiger als das Material sind starke Völker und ausreichend Futter.

Ist eine Bienenkiste oder Top-Bar-Hive erlaubt?

Ja. Die Bienenseuchen-Verordnung schreibt kein Beutensystem vor. Sie müssen aber jedes Volk beim Veterinäramt anzeigen, bei Varroabefall jährlich behandeln und im Seuchenfall eine Untersuchung durch den Amtstierarzt ermöglichen. In Beuten mit Naturbau und ohne Rähmchen sind Brutkontrolle und Behandlung schwieriger, das sollten Sie vor dem Kauf einplanen.

Welche Beute schont den Rücken?

Die LWG nennt Lager- beziehungsweise Trogbeuten, einen vertikal geteilten Honigraum und Kipphilfen als rückenschonende Lösungen. In der Trogbeute stehen alle Waben nebeneinander in einem langen Kasten, Sie heben einzelne Waben statt ganzer Zargen. Im Magazin helfen Flachzargen oder Dadant-Honigräume, weil eine volle Zander-Zarge rund 20 kg Honig enthält.

Wie viele Rähmchen passen in eine Zarge?

Das hängt vom System ab. Die LWG nennt 9 oder 10 Rähmchen für Zanderbeuten, 12 für Deutsch Normalmaß und 12 für Dadant, bei kompatiblen Beuten wie der Zander-Normalmaßbeute 10. Als Faustformel für die Innenbreite gibt sie Rähmchenzahl mal 37 mm plus 10 bis 15 mm Puffer an, die Höhe ist Rähmchenhöhe plus mindestens 8 mm.

Quellen

  1. Beuten: Kriterien zur Auswahl, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  2. Rähmchen, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  3. Betriebsmittel, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  4. Schulungsunterlagen Basisteil, Anfängerkurs, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei
  5. Grundlagenentscheidungen: betriebliche Voraussetzungen für die Bienenhaltung, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei
  6. Beute: Zander-Normalmaßbeute (Heroldbeute), Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  7. Was kostet mich der Start?, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  8. Reinigung und Desinfektion, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  9. Infobrief Bienen@Imkerei 21/2020: Am Bienenstand (Füttern, Räuberei), Infobrief Bienen@Imkerei der Bieneninstitute, veröffentlicht über das Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen
  10. Bienenseuchen-Verordnung (BienSeuchV), Gesamttext, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  11. Zahlen und Fakten, Deutscher Imkerbund e. V.
  12. Bauanleitung Bienenkiste (Auszug aus E. M. Klein: Die Bienenkiste, pala-verlag), bienenkiste.de
  13. Warré hive plans, metric, biobees.com, nach Abbé Émile Warré
  14. L'Apiculture pour tous, 5. Auflage (Tours, 1923), Faksimile, Abbé Émile Warré, Digitalisat biobees.com
  15. Beehive, US-Patent Nr. 9300 (L. L. Langstroth, 5. Oktober 1852), United States Patent Office, via Google Patents
  16. Nest site selection by the honey bee, Apis mellifera (Insectes Sociaux 25, 323-337, 1978), T. D. Seeley und R. A. Morse, Springer
  17. Honeybee cluster: not insulation but stressful heat sink (Journal of the Royal Society Interface 20, 20230488, 2023), D. Mitchell, The Royal Society, via PubMed Central
  18. 12er Dadant US Holzbeute I in Teilen (Produktbeschreibung, Rähmchenmaß), Holtermann Imkereibedarf
  19. ApiTek Rähmchen gedrahtet Zander anderthalb 337 mm (Maße und Preis), Holtermann Imkereibedarf
  20. Liebig Zander Komplettbeute mit Hochboden, Holzbeute (Preisangabe), Bienen Schmidt