

Schwarmzeit: Schwarmkontrolle, Schwarmverhinderung, Bienenschwarm einfangen und Schwarmrecht
Schwarmzeit bei Bienen: Schwarmstimmung erkennen, Kippkontrolle, Flugling, Brutling, Zwischenableger, Schwarm einfangen, BienSeuchV und §§ 961 bis 964 BGB.
Die Schwarmzeit ist die Phase im Bienenjahr, in der sich Bienenvölker durch Schwärmen vermehren: Die alte Königin verlässt mit etwa der Hälfte der Bienen die Beute, das Muttervolk zieht aus den Weiselzellen eine neue Königin nach. In Deutschland beginnt sie meist mit der Obst- und Rapsblüte im April und endet in den meisten Jahren zur Sommersonnenwende. In diesen acht bis zehn Wochen kontrollieren Sie spätestens alle acht Tage auf bestiftete Weiselzellen, geben rechtzeitig Raum, entnehmen Brutwaben und bilden bei Schwarmstimmung Flugling, Brutling oder Zwischenableger. Ist ein Schwarm doch abgegangen, dürfen Sie ihn nach § 962 BGB auch auf fremden Grundstücken verfolgen und einfangen.
Warum schwärmen Bienen?
Das Schwärmen ist die ungeschlechtliche Vermehrung des Bienenvolks, so formuliert es das Fachzentrum Bienen der LWG Veitshöchheim. Für den Imker hat das drei handfeste Nachteile, die die LWG aufzählt: Das geschwärmte Volk bringt deutlich weniger Honig, die Umweiselung nach dem Schwarm misslingt häufig, vor allem beim Begattungsflug, und ein unbemerkter Schwarm ist in der Natur ohne Varroabekämpfung nicht dauerhaft überlebensfähig.
Was die Schwarmstimmung auslöst
Johann Fischer (LWG Veitshöchheim) nennt im Infobrief 06/2025 den Kern: Schwarmtrieb entsteht, wenn viele Jungbienen schlüpfen, aber wenig offene Brut zu pflegen ist. Die Ammenbienen sind dann unterbeschäftigt. Begünstigt wird das durch:
- zu spätes Erweitern: Das Brutnest wird eng, frischer Nektar landet in den Brutwaben und nimmt der Königin Legefläche;
- starke Tracht: Raps und Obst bringen viel Nektar auf einmal;
- Kälterückschläge: Die Bienen sitzen tagelang dicht gedrängt im Stock.
Wie stark das Wetter mitspielt, zeigte 2024. Karin Petzoldt-Treibert (Bieneninstitut Kirchhain) beschreibt im Infobrief 08/2024, wie die schnelle Frühjahrsentwicklung und der Honigeintrag in der ersten Aprilhälfte vielerorts zu verfrühter Schwarmstimmung führten, im südlichen Hessen meldeten Imker schon Anfang April erste Schwärme. Die anschließende Kälte hielt die Bienen im Stock und zehrte die Vorräte auf, manche Völker fraßen ihre Schwarmzellen wieder aus.
Die Rolle von Königin und Herkunft
Junge Königinnen schwärmen seltener. Die LWG rät deshalb, regelmäßig umzuweiseln und auf schwarmträge Herkünfte zu setzen, deren Schwarmträgheit über Prüfergebnisse oder Zuchtwerte belegt ist. Fischer weist auf einen zweiten Effekt hin: Der Schwarmtrieb steigt von Generation zu Generation, wenn Sie immer wieder Königinnen aus Schwarmzellen übernehmen. Eine Schwarmkönigin sollte deshalb später im Jahr durch eine gezielt nachgezogene Königin ersetzt werden. Wie das geht, steht im Beitrag zur Königinnenzucht.
Wann ist Schwarmzeit in Deutschland?
Fischer setzt die Schwarmzeit in den meisten Jahren bis zur Sommersonnenwende an und nennt die acht bis zehn Wochen davor die arbeitsintensivste Zeit im Bienenjahr. Wann sie beginnt, hängt an der Region:
| Region | Beginn der Schwarmstimmung | Höhepunkt |
|---|---|---|
| Oberrhein, Rhein-Main, Südhessen, Kölner Bucht | Anfang bis Mitte April | Anfang bis Mitte Mai |
| tiefere Lagen Mitteldeutschlands | Mitte bis Ende April | Mai |
| Norddeutsche Tiefebene | Ende April, mit der Rapsblüte | Ende Mai bis Anfang Juni |
| Alpenvorland, höhere Mittelgebirge | Mai | Juni |
Die Tabelle ist unsere Einordnung, keine amtliche Vorgabe. Den Rahmen für Ihren Standort liefert der Imkerkalender mit den Zeigerpflanzen des Deutschen Wetterdienstes.
Schwärme fliegen laut LWG meist zwischen 10 und 15 Uhr ab. Ein geschwärmtes Volk fällt für die Honigernte meist aus, es sei denn, es schwärmt sehr früh.
Wie erkenne ich die Schwarmstimmung?
Spielnäpfchen, bestiftete Zellen, verdeckelte Zellen
Ab April bauen viele Völker Weiselnäpfchen, die die Königin oft gar nicht bestiftet. Diese leeren Spielnäpfchen sind kein Alarmzeichen, sondern ein Indikator. Die LWG rät ausdrücklich, sie stehen zu lassen. Petzoldt-Treibert unterscheidet schwache und fortgeschrittene Schwarmstimmung:
| Befund | Stufe | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| viele Spielnäpfchen, eventuell schon bestiftet | schwache Schwarmstimmung | Erweitern und Schröpfen lenken den Trieb noch um |
| Zellen mit Larven, vielleicht schon verdeckelt | fortgeschrittene Schwarmstimmung | Schwarmverhinderung beim selben Besuch |
Sind Zellen verdeckelt, steht der Schwarm unmittelbar bevor oder ist schon weg: Laut LWG beginnen die Schwarmausflüge, sobald die ersten Schwarmzellen verdeckelt sind. Dann hilft nur noch, Königin und Brutnest zu trennen (Flugling, Brutling, Kunstschwarm).
Schwarmzellen, Nachschaffungszellen, Umweiselungszellen
Nicht jede Weiselzelle bedeutet Schwarm. Die LWG nennt ein einfaches Merkmal: Schwarmzellen und Zellen der stillen Umweiselung haben einen runden Boden, sie entstehen aus Näpfchen, die die Königin bestiftet. Nachschaffungszellen, die das Volk nach Verlust der Königin über einer Arbeiterinnenzelle anlegt, haben einen sechseckigen Grund.
| Zellart | Anlass | Lage | Was Sie tun |
|---|---|---|---|
| Schwarmzellen | Schwarmtrieb, volles Brutnest | oft an Unterkanten und Rändern der Brutwaben, zahlreich | sofort handeln |
| Umweiselungszellen (stille Umweiselung) | alte oder schwache Königin | meist auf der Wabenfläche, eine bis wenige | in der Regel gewähren lassen |
| Nachschaffungszellen | Königin verloren | auf der Wabenfläche, über Arbeiterinnenzellen | auf Eier prüfen, nicht ausbrechen |
Mehr zum Erkennen und Zeichnen der Königin steht im Beitrag zur Bienenkönigin.
Warum alle acht Tage kontrollieren?
Die Kontrolle folgt der Entwicklung der Königin. Fischer rechnet 3 Tage Ei, 5 Tage Larve und 8 Tage Puppe, zusammen 16 Tage. Etwa acht bis neun Tage nach der Eiablage ist die Zelle also verdeckelt, und laut LWG zieht der Vorschwarm aus, sobald die ersten Schwarmzellen verdeckelt sind. Daraus leiten die Institute ihre Intervalle ab:
- LWG Schwarmvorbeuge: alle 7 bis höchstens 9 Tage, eine Verkürzung auf 7 Tage ist in der Regel ohne Probleme möglich;
- Infobrief 06/2025 (Fischer): spätestens alle 8 Tage;
- Infobrief 08/2024 (Kirchhain): alle 7 bis 9 Tage, auch bei schlechtem Wetter;
- LAVES Celle: im 7-Tage-Abstand als Kippkontrolle.
Legen Sie einen festen Wochentag fest.
Kippkontrolle und Wabenziehen
Bei zweiräumiger Führung in der Zander- oder Normalmaßbeute ist die Kippkontrolle Standard: Sie heben den oberen Brutraum hinten an, kippen ihn nach vorn und sehen sich die Unterkanten der Waben an. Dort setzen die Bienen die meisten Schwarmzellen an. In der einräumigen Führung, etwa in Dadant oder bei einer Zarge Zander mit Honigraum, ziehen Sie mehrere zentrale Brutwaben und den Drohnenrahmen. Die LWG warnt: Zellen verstecken sich gern an Drohnenwaben, Wabenrändern und Unebenheiten. Jede Wabe durchzusehen ist sicherer, stört aber mehr.
Der Baurahmen gehört bei jeder Kontrolle dazu. Das LAVES Celle beschreibt, dass er etwa drei Wochen nach dem Einhängen mit verdeckelter Drohnenbrut gefüllt ist. Dann schneiden Sie ihn aus und entziehen dem Volk damit Varroamilben. Ein Volk, das den Baurahmen nicht mehr ausbaut, sondern Weiselnäpfchen bestiftet, ist oft schon in Schwarmstimmung.
Wie beuge ich dem Schwärmen vor?
Vorbeugen beginnt, bevor die ersten Näpfchen bestiftet sind.
Rechtzeitig erweitern
Brutfreudige Völker brauchen rechtzeitig Platz, schreibt das LAVES, bei Magazinbeuten durch zargenweises Erweitern. Der erste Honigraum mit Absperrgitter kommt drauf, wenn beide Bruträume gut besetzt sind und die Tracht einsetzt, in Rapsgebieten oft Mitte bis Ende April. Mittelwände am Rand des Brutnests beschäftigen die Baubienen. Die LWG warnt aber: Rechtzeitiges Erweitern verhindert nur, dass Ammenbienen beengt sind. Ist der Schwarmtrieb einmal erwacht, reicht Raum allein nicht mehr.
Schröpfen: Brutwaben mit ansitzenden Bienen entnehmen
Ein zentrales Werkzeug ist das Schröpfen: Sie entnehmen verdeckelte Brutwaben mit den ansitzenden Bienen, ohne Königin, und ersetzen sie durch Mittelwände. Das LAVES nennt diese Waben „Brutbretter”. Der Effekt ist doppelt: Das Volk verliert Ammenbienen und Schwarmpotenzial, und mit der verdeckelten Brut gehen viele Varroamilben.
- Die LWG schreibt, dass in normalen Jahren schon die Entnahme einer einzigen Brutwabe im April den Schwarmtrieb merklich dämpft.
- Die Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim sieht im Varroa-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg für März bis Juni Drohnenbrutentnahme und Ablegerbildung mit zwei bis drei Waben je Volk vor.
- Fischer empfiehlt, daraus einen Sammelbrutableger außerhalb des Flugkreises zu bilden.
Schröpfen Sie mäßig, sonst ist das Wirtschaftsvolk zur Haupttracht zu schwach.
Junge Königinnen und schwarmträge Herkünfte
Die Carnica, in Deutschland die verbreitetste Biene, ist in vielen Linien heute auf Schwarmträgheit gezüchtet. Achten Sie beim Königinnenkauf auf Zuchtwerte, wie sie die Zuchtverbände für Schwarmneigung ausweisen.
Was nicht hilft
Davon rät die LWG ab:
- Absperrgitter vor dem Flugloch: Drohnen sterben davor und verstopfen das Flugloch, es droht Überhitzung.
- Flügel beschneiden: verschafft nur eine Atempause: 1 bis 9 Tage später kann ein Schwarm mit Jungkönigin ausziehen. Zuchtbetrieben hilft es, eine Zuchtkönigin nicht zu verlieren.
Welche Verfahren helfen bei Schwarmstimmung?
Finden Sie Weiselzellen mit Eiern oder Larven, handeln Sie beim selben Besuch. Die Wahl hängt davon ab, ob Sie Völker vermehren wollen, ob eine Spättracht folgt und wie weit die Zellen sind.
Weiselzellen ausbrechen
Das Zellenbrechen hat klare Grenzen. Laut Fischer ist es meist nur bei beginnender Schwarmstimmung erfolgversprechend. Petzoldt-Treibert verlangt, dass bei Schwarmzellen mit Eiern oder Larven sämtliche Brutwaben abgeschüttelt und alle Zellen entfernt werden, denn unter den Bienentrauben sieht man sie nicht. Die LWG nennt drei Bedingungen:
- Ausbrechen, bevor die Zellen verdeckelt sind.
- Alle 7 bis höchstens 9 Tage wiederholen, bei Bedarf etwa dreimal.
- Keine Zelle übersehen. Eine einzige übersehene Zelle kann zum Abgang des Schwarms führen.
Völker, deren Schwarmtrieb nur durch Ausbrechen unterdrückt wurde, weiseln laut LWG im Spätsommer häufiger still um. Kombinieren Sie das Ausbrechen deshalb immer mit Schröpfen oder einem der folgenden Verfahren.
Flugling
Der Flugling ahmt den Vorschwarm nach, ohne dass Bienen verloren gehen. So beschreibt ihn die LWG:
- Das schwarmlustige Volk kommt einige Meter zur Seite oder wird nebenan um 180 Grad gedreht.
- Auf den alten Platz kommt der Honigraum oder eine leere Beute mit Mittelwänden.
- Hinein hängen Sie eine Brutwabe mit der Königin oder mit offenen Weiselzellen.
- Die Flugbienen kehren zum alten Platz zurück und sammeln sich bei der Königin. Im Muttervolk bleiben Stockbienen und Weiselzellen.
Der Flugling braucht Flugwetter und bei Trachtmangel Honigwaben. Das Muttervolk verliert seine Flugbienen und damit den Schwarmtrieb.
Zwischenableger für Spättrachtgebiete
In Gegenden mit Linde, Wald- oder Heidetracht wollen Imker das Wirtschaftsvolk zur Spättracht wieder vereint haben. Dafür gibt es den Zwischenableger, den Petzoldt-Treibert die „elegantere Lösung” nennt: Dem Volk wird vorgetäuscht, es habe geschwärmt, der Schwarmtrieb erlischt, und ein dauerhafter Ableger entsteht nicht.
Fischer beschreibt eine Form, die eng mit dem Flugling verwandt ist: Das Volk wird seitlich versetzt, an den alten Platz kommen Honigraum oder neue Beute mit einer Wabe jüngster Brut, das schwarmlustige Volk steht daneben oder darüber. Die Flugbienen sammeln sich im Flugling, der über die junge Brut Königinnen nachzieht. Bevor diese Königinnen schlüpfen, wird zurückvereinigt. So bleibt die Volksstärke für die Spättracht erhalten.
Die LWG beschreibt im Merkblatt Schwarmvorbeuge zusätzlich eine Variante über drei Termine im Abstand von 7 bis 9 Tagen mit bienendichtem Trenngitter und zweitem Flugloch, bei der jedes Mal alle Weiselzellen ausgebrochen werden.
Brutling
Beim Brutling wird die Rechnung umgedreht. Laut LWG bilden Sie einen starken Brutableger von etwa zehn Waben mit der alten Königin und entfernen auf diesen Waben alle Weiselzellen. Im Muttervolk bleiben offene Schwarmzellen, aus denen es eine neue Königin zieht. Beide Teile sind danach zu schwach zum Schwärmen.
Kunstschwarm (Fegling)
Für den Kunstschwarm, bei der LWG auch Fegling genannt, käfigen Sie die Königin und setzen sie in eine neue Beute mit Mittelwänden. Dazu fegen Sie die Bienen von etwa der Hälfte der Waben, vor allem aus den Honigräumen, ab. Bei sehr starken Völkern kann statt der Königin eine offene Weiselzelle in den Fegling. Eine Honigwabe sichert das Futter. Der Kunstschwarm kommt mindestens etwa 3 km weit weg, sonst fliegen die Bienen zurück. Mengen und Fütterung nach den Vorgaben der LWG finden Sie im Imkerkalender.
Königinnenableger: nur bedingt zu empfehlen
Beim Ableger mit Königin (Kirchhain) nehmen Sie die Königin mit einigen Brutwaben auf einen anderen Stand, das Muttervolk zieht aus einer Schwarmzelle nach, alle anderen werden ausgebrochen. Bis die Jungkönigin legt, vergehen etwa drei Wochen. Fischer rät eher ab: Die Königin ist schwer zu finden, mehrere stehengelassene Zellen bedeuten Nachschwarmgefahr, eine einzige das Risiko der Weisellosigkeit.
Welches Verfahren passt?
| Lage beim Kontrolltermin | Verfahren | Warum |
|---|---|---|
| Volk eng, nur Spielnäpfchen | Erweitern, Mittelwände, eine Brutwabe entnehmen | einfache Vorbeugung |
| Eier oder junge Larven in Näpfchen | Schröpfen, Zellen brechen, Sammelbrutableger | Trieb noch lenkbar |
| Larven in Futtersaft, Spättracht geplant | Zwischenableger | Volk bleibt zur Spättracht stark |
| Larven oder verdeckelte Zellen, Vermehrung erwünscht | Flugling oder Brutling | zuverlässige Trennung von Königin und Brutnest |
| verdeckelte Zellen, kein zweiter Stand | Flugling | ohne Transport, Bienen bleiben am Stand |
| Königin nicht auffindbar | Flugling mit offenen Weiselzellen | Königin muss nicht gesucht werden |
Was passiert, wenn das Volk geschwärmt hat?
Vorschwarm, Nachschwarm, Singerschwarm
Die LWG unterscheidet mehrere Schwarmformen:
- Vorschwarm: die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen. Er setzt sich meist niedrig an, in 2 bis 3 Metern Höhe.
- Nachschwarm: geht ab, wenn die ersten Jungköniginnen schlüpfen, etwa acht Tage nach dem Vorschwarm. Oft mehrere hintereinander, angesetzt eher in 8 bis 10 Metern Höhe.
- Singerschwarm: Die alte Königin ging vor dem Schwärmen verloren, der erste Schwarm des Jahres zieht mit einer Jungkönigin aus.
- Jungfernschwarm (Heidschwarm): Ein Vorschwarm schwärmt im selben Jahr erneut.
José Villa hat Schwärme in Louisiana gewogen: im Mittel 1,42 kg Bienen (0,17 bis 4,33 kg). Die Spurbienen suchten rund 20 Tageslichtstunden, dann zogen die Schwärme im Mittel 3,36 km weit.
Nachschwärme verhindern
Im Muttervolk ist jetzt die Lage kritisch: viel verdeckelte Brut, mehrere Weiselzellen und viele schlüpfende Jungbienen. Die LWG weist darauf hin, dass das Risiko eines Nachschwarms gerade bei viel verdeckelter Brut hoch ist. Zur Sicherheit belässt sie im Stammvolk trotzdem immer mehrere offene Weiselzellen, damit das Volk sicher zu einer Königin kommt.
Wer nur eine Zelle stehen lässt, riskiert dagegen ein weiselloses Volk. Prüfen Sie etwa drei Wochen nach dem Schwarm auf Stifte. Ist keine Brut da und finden Sie auch keine Jungkönigin, geben Sie eine Wabe mit jüngster Brut aus einem anderen Volk als Weiselprobe.
Wie fange ich einen Bienenschwarm ein?
Ausrüstung
Die LWG empfiehlt für den Schwarmfang einen leichten Bienenkasten oder Schwarmfangkorb, einen Wasserzerstäuber, einen Königinnenkäfig (etwa einen Lockenwickler) mit 20 cm Rähmchendraht zum Befestigen, eine Leerzarge, eine Astschere und einen Bienenbesen. Dazu kommen Schutzkleidung und eine stabile Leiter. Die LWG schreibt unmissverständlich: Kein Schwarm ist wertvoller als die eigene Gesundheit.
Schritt für Schritt
- Lage prüfen: Höhe, Stromleitungen, Straße. Über sichere Leiterhöhe hinaus verzichten Sie.
- Grundstückseigentümer fragen, wenn es nicht Ihr eigener Schwarm ist (siehe Abschnitt zum Schwarmrecht).
- Zweige freischneiden und den Schwarm leicht mit Wasser besprühen, damit sich die Traube zusammenzieht.
- Leerzarge mit geschlossenem Boden unter die Traube halten und den Ast mit einem kräftigen Ruck anschlagen. Die Traube fällt in die Zarge.
- Zarge unter dem Ast abstellen, Mittelwände oder Rähmchen mit Anfangsstreifen einhängen, Deckel auflegen und das Flugloch öffnen, damit die restlichen Bienen einziehen.
- Auf die Königin achten: Sterzeln die Bienen am Flugloch mit erhobenem Hinterleib, ist sie drin. Ziehen sie zurück an den Ast, ist sie draußen geblieben. Dann wiederholen.
- Abends abholen, wenn der Flug ruht. Bienen vergessen ihren Herkunftsort schnell, deshalb sind laut LWG auch kurze Umzüge möglich.
Sitzt der Schwarm in dichtem Gebüsch oder an einem Stamm, stellt die LWG eine Beute mit Boden, Deckel und offenem Flugloch so an, dass das Flugloch die Traube berührt. Mit einer Bannwabe, einer offenen Brutwabe aus einem anderen Volk, ziehen die Bienen meist ein und nehmen die Königin mit. Die Bannwabe hält den Schwarm auch fest, wenn er bei großer Hitze wieder ausziehen will.
Einlogieren und Kellerhaft
Ein frisch gefangener Schwarm kann bei großer Hitze erneut ausziehen. Die LWG empfiehlt dann Kellerhaft: Die Schwarmkiste steht kühl und dunkel, bevor die Bienen einlogiert werden. Stammt der Schwarm möglicherweise aus der Nähe eines Faulbrut-Sperrbezirks, ist die Kellerhaft laut LWG dringend angeraten, und zwar drei Tage ohne Waben und ohne Futter. In dieser Zeit verbrauchen die Bienen ihren gesamten Honigblaseninhalt, mögliche Sporen der Amerikanischen Faulbrut gelangen so nicht in die neuen Waben. Unmittelbar danach schlagen Sie den Schwarm auf Mittelwände ein und füttern Zuckerwasser 1:1.
Die ersten Wochen
Ein Schwarm baut alle Waben neu: Füttern Sie ohne Tracht Zuckerwasser 1:1 in kleinen Gaben und behandeln Sie gegen Varroa, solange er brutfrei ist. Ein Vorschwarm legt nach wenigen Tagen, bei einem Nachschwarm mit unbegatteter Königin sehen Sie Stifte erst nach zwei bis drei Wochen.
Schwärme, Varroa und Faulbrut: was die Bienenseuchen-Verordnung verlangt
Varroa: die brutfreie Phase nutzen
Ein Schwarm bringt Milben mit. Fries, Hansen, Imdorf und Rosenkranz haben in Schweden 150 Völker zwei Jahre verfolgt: Das Schwärmen senkte die Milbenpopulation nur in der ersten Saison, im Herbst waren aus Schwärmen hervorgegangene Völker nicht signifikant geringer befallen als die geschwärmten Völker. Der Vorteil eines Schwarms ist ein anderer: Er ist in den ersten Tagen brutfrei, alle Milben sitzen auf den Bienen.
Diese Lücke nutzen Sie:
| Präparat und Verfahren | Dosierung | Quelle |
|---|---|---|
| Oxalsäure-Sprühbehandlung, Lösung nach Gebrauchsanweisung | 20 bis 25 ml pro kg Bienen, einmalig, fein vernebelt, Bienen nicht durchnässen | LWG-Varroakonzept, für Schwärme und Kunstschwärme, wenn keine Honigernte geplant ist |
| Milchsäure 15 % ad us. vet., Traube gleichmäßig fein besprühen | 80 bis 100 ml je 2 kg Bienen (bei Völkern auf Waben höchstens 8 ml je bienenbesetzter Wabenseite) | LWG Schwarmbehandlung, wenn im selben Jahr kein Honig geerntet wird |
Behandeln Sie, bevor der Schwarm die ersten Waben gebaut und junge Brut verdeckelt hat, also innerhalb der ersten Woche. Die Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim hält fest, dass brutfreie Völker mit Oxalsäurepräparaten sehr effektiv entmilbt werden und dass Sprühen besser wirkt als mehrfaches Träufeln. Beachten Sie zwei Punkte: Behandelt wird nur ein Schwarm, von dem Sie im selben Jahr keinen Honig ernten, und die Standardzulassung für Milchsäure 15 % ad us. vet. läuft aus, sie darf nur noch bis zum 29. Januar 2027 auf dem Markt bereitgestellt werden. Welche Präparate mit Einzelzulassung danach zur Verfügung stehen und wie sie dosiert werden, steht im Beitrag zur Varroa-Behandlung. Jede Anwendung tragen Sie ins Bestandsbuch ein.
Faulbrut: Quarantäne, aber keine Panik
Bei der Amerikanischen Faulbrut urteilen die Institute unterschiedlich:
- Die LWG empfiehlt, eingefangene Schwärme zum Schutz der eigenen Völker auf einem Quarantänestand aufzustellen, und bei Schwärmen aus der Nähe von Sperrbezirken die dreitägige Kellerhaft.
- Das LAVES Celle hält es für eher unwahrscheinlich und nicht belegt, dass herrenlose Schwärme Faulbrut verbreiten. Schwärme stammen von gesunden, starken Völkern, und der Brutzyklus wird unterbrochen, sodass sich Brutkrankheiten weder im Schwarm noch im Restvolk vermehren können. Nicht ohne Grund saniert man befallene Völker mit dem Kunstschwarmverfahren.
Praktisch: Stellen Sie Schwärme unbekannter Herkunft einige Wochen getrennt auf und prüfen Sie die erste verdeckelte Brut. Eingesunkene, löchrige Zelldeckel melden Sie dem Veterinäramt, die Amerikanische Faulbrut ist meldepflichtig.
Was die Bienenseuchen-Verordnung regelt und was nicht
Die BienSeuchV kennt keine eigene Regel für Schwärme. Sie gilt aber, sobald der Schwarm in einer Beute sitzt, denn ein Bienenvolk im Sinne der Verordnung sind die in einer Bienenwohnung lebenden Bienen mit Brut und Waben. Daraus folgen:
- Anzeige nach § 1a: Wer Bienen halten will, zeigt das spätestens bei Beginn der Haltung beim Veterinäramt an, mit Völkerzahl und Standort. Das gilt auch für den ersten Schwarm eines Neuimkers. Wie die Anmeldung je nach Kreis abläuft, steht unter Bienen anmelden.
- Gesundheitszeugnis nach § 5: Wenn Sie das Volk später an einen anderen Ort verbringen, etwa von einem Quarantänestand in einen anderen Kreis, brauchen Sie die Bescheinigung über die Freiheit von Amerikanischer Faulbrut, ausgestellt nicht vor dem 1. September des Vorjahres und höchstens neun Monate alt.
- Bienendicht verschließen nach § 6: Von Bienen nicht mehr besetzte Bienenwohnungen sind stets bienendicht verschlossen zu halten.
Der letzte Punkt betrifft vor allem Schwarmfallen. Das LAVES Celle stellt klar: Alte Beuten, in denen schon Völker saßen, als Schwarmköder aufzustellen, verstößt gegen § 6 BienSeuchV, denn Sporen der Amerikanischen Faulbrut bleiben jahrzehntelang infektiös. Neue, nie besetzte Beuten sind unproblematisch. Gebrauchte Beuten werden vorher nach Rücksprache mit dem Veterinäramt gereinigt und desinfiziert, laut LAVES etwa mit 5-prozentiger oder heißer 3-prozentiger Natronlauge, danach mit klarem Wasser gespült und getrocknet. Für die Schwarmfalle genügt laut LAVES eine Zarge mit Boden und Deckel, gedrahteten Rähmchen mit Anfangsstreifen und Mäusegitter, aufgestellt von Mitte April bis Mitte Juni.
Warum jeder Schwarm zählt
Wie schlecht wild lebende Schwärme überleben, haben Patrick Kohl, Benjamin Rutschmann und Ingolf Steffan-Dewenter (Universität Würzburg) in deutschen Wäldern untersucht: Etwa 10 % der Schwarzspechthöhlen waren im Sommer besetzt, die jährliche Überlebensrate lag aber nur bei 10,6 %, die geschätzte Lebensdauer bei 0,6 Jahren. Die Autoren folgern, dass die Bestände jedes Jahr durch Schwärme aus Imkereien neu aufgefüllt werden. Für das LAVES sind herrenlose Schwärme deshalb „verloren gegangenes Potential”, das man nach Möglichkeit retten sollte.
Wem gehört ein Bienenschwarm? Das Schwarmrecht im BGB
Das BGB regelt Bienenschwärme seit 1900 in eigenen Vorschriften, den §§ 961 bis 964.
§ 961: Verfolgen oder verlieren
„Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt.” Wer seinem Schwarm nachgeht, bleibt Eigentümer, auch wenn er drei Gärten weiter hängt. Wer den Abgang verschläft oder aufgibt, verliert das Eigentum.
§ 962: Betretungsrecht mit Schadensersatz
Der verfolgende Eigentümer darf fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde, nicht besetzte Bienenwohnung eingezogen, darf er sie öffnen und die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Den entstehenden Schaden muss er ersetzen. Das Betretungsrecht gilt nur für den Eigentümer, der den Schwarm verfolgt, nicht für jeden Schwarmfänger.
§ 963 und § 964: Vereinigte und eingezogene Schwärme
- § 963: Vereinigen sich ausgezogene Schwärme mehrerer Eigentümer, werden die Eigentümer, die ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarms. Die Anteile richten sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme.
- § 964: Zieht ein Schwarm in eine fremde, besetzte Beute ein, erstrecken sich Eigentum und sonstige Rechte an den dort lebenden Bienen auf den eingezogenen Schwarm. Das Eigentum am eingezogenen Schwarm erlischt. Der Schwarm gehört dann dem Imker, dessen Volk ihn aufgenommen hat.
Der herrenlose Schwarm
Ist ein Schwarm herrenlos, gilt § 958 BGB: Wer eine herrenlose bewegliche Sache in Eigenbesitz nimmt, erwirbt das Eigentum. Anders als etwa in Frankreich fällt ein herrenloser Schwarm also nicht automatisch dem Grundstückseigentümer zu. Eigentümer wird, wer ihn einfängt. Das ist aber kein Freibrief: Ein Schwarmfänger, der nicht der verfolgende Eigentümer ist, braucht für das Betreten eines fremden Grundstücks die Erlaubnis des Eigentümers.
Wie Sie Ärger mit Nachbarn vermeiden, erklärt der Beitrag zum Bienenstand-Standort. Ein Schild mit Telefonnummer am Stand hilft, wenn jemand einen Schwarm meldet.
Bienenschwarm im Garten: was tun?
Ist es wirklich ein Bienenschwarm?
Ein Bienenschwarm ist eine braune, lebendige Traube aus Tausenden Bienen, frei an Ast, Zaun oder Hauswand. Ein Wespen- oder Hornissennest dagegen ist eine graue oder beige Papierhülle mit einem Einflugloch. Die Hornisse ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, ebenso die heimischen Wildbienen. Ein Hornissennest darf laut Umweltbundesamt nur mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernt werden. Für Honigbienen braucht es keine artenschutzrechtliche Genehmigung, schreibt die Stadt Köln: Umsiedeln können Imker oder Schädlingsbekämpfer.
So verhalten Sie sich richtig
- Ruhe bewahren. Schwärmende Bienen sind laut Stadt Köln meist friedlich. Sie haben keine Brut und keine Vorräte zu verteidigen.
- Abstand halten, einige Meter genügen in der Regel. Kinder und Haustiere ins Haus holen. Personen mit Bienengiftallergie bleiben fern.
- Nicht besprühen, nicht wegspritzen, kein Insektenspray.
- Foto machen und Höhe sowie Zugang notieren, damit der Imker abschätzen kann, ob er herankommt.
- Schnell einen Imker anrufen. Ein Schwarm kann nach wenigen Stunden weiterziehen oder einen Tag hängen bleiben. Die Stadt Köln etwa verweist auf den Kölner Imkerverein von 1882 und den Bienenzuchtverein Köln-Porz.
Wen rufe ich an?
- Den örtlichen Imkerverein: Viele Vereine führen Listen von Schwarmfängern oder ein Schwarmtelefon. Die Kontaktdaten finden Sie über den Kreisimkerverband oder den Landesverband im Deutschen Imkerbund.
- Die Schwarmbörse: Mellifera e.V. betreibt mit schwarmboerse.de eine bundesweite Vermittlung. Laut dem Infoblatt, das unter anderem das Landratsamt Altötting verbreitet, erhalten Melder nach Eingabe des Fundorts die Kontaktdaten von bis zu fünf ehrenamtlichen Schwarmfängern in der Nähe, kostenlos.
- Feuerwehr: nur bei echter Gefahr, etwa wenn ein Schwarm an einer belebten Haltestelle oder in einem Fahrzeug sitzt. Feuerwehr und Polizei können über die Schwarmbörse ebenfalls Schwarmfänger in der Nähe finden.
Ist der Schwarm schon in einen Rollladenkasten, eine Zwischendecke oder einen Schornstein eingezogen, ist es kein Schwarm mehr, sondern ein Volk mit Waben. Das Entfernen gehört in die Hände eines erfahrenen Imkers, oft zusammen mit Dachdecker oder Schreiner.
Häufige Fragen
Wann ist Schwarmzeit bei Bienen?
Die Schwarmzeit beginnt in Deutschland meist mit der Obst- und Rapsblüte und endet in den meisten Jahren zur Sommersonnenwende. Die LWG Veitshöchheim spricht von acht bis zehn Wochen, der arbeitsreichsten Zeit des Bienenjahres. Am Oberrhein und in Südhessen kommen erste Schwärme schon Anfang April, in der Norddeutschen Tiefebene und im Alpenvorland liegt der Höhepunkt eher Ende Mai bis Juni.
Wie oft muss ich in der Schwarmzeit kontrollieren?
Spätestens alle acht Tage, höchstens alle neun. Eine Weiselzelle ist etwa acht bis neun Tage nach der Eiablage verdeckelt, und der Vorschwarm zieht meist aus, sobald die ersten Zellen verdeckelt sind. Ein Sieben-Tage-Rhythmus ist sicherer und lässt sich gut einhalten. Bei zwei Bruträumen genügt die Kippkontrolle, bei einem Brutraum ziehen Sie mehrere Brutwaben und den Drohnenrahmen.
Wem gehört ein Bienenschwarm in meinem Garten?
Nach § 961 BGB bleibt ein Schwarm Eigentum des Imkers, solange er ihn unverzüglich verfolgt. Gibt er die Verfolgung auf oder verfolgt er ihn gar nicht, wird der Schwarm herrenlos. Dann gehört er nicht automatisch dem Grundstückseigentümer, sondern dem, der ihn nach § 958 BGB in Besitz nimmt. Betreten darf Ihr Grundstück ohne Erlaubnis aber nur der verfolgende Eigentümer.
Darf der Imker mein Grundstück betreten, um seinen Schwarm zu holen?
Ja. § 962 BGB erlaubt dem Eigentümer des Schwarms, bei der Verfolgung fremde Grundstücke zu betreten. Ist der Schwarm in eine fremde, leere Beute eingezogen, darf er sie öffnen und die Waben herausnehmen. Für jeden Schaden, etwa an Beeten, Zaun oder Beute, muss er Ersatz leisten. Ein höflicher Imker klingelt trotzdem vorher.
Ist ein Bienenschwarm gefährlich?
In der Regel nicht. Die Bienen haben sich vor dem Auszug mit Honig gefüllt, haben weder Brut noch Vorräte zu verteidigen und sind laut Stadt Köln beim Schwärmen meist friedlich. Halten Sie trotzdem einige Meter Abstand, besprühen oder bekämpfen Sie den Schwarm nicht und halten Sie Kinder, Haustiere und Allergiker fern. Rufen Sie einen Imker oder den örtlichen Imkerverein.
Muss ich einen eingefangenen Schwarm beim Veterinäramt anmelden?
Ja. Sobald der Schwarm in einer Beute sitzt, ist er nach der Bienenseuchen-Verordnung ein Bienenvolk. Wer Bienen halten will, zeigt das nach § 1a spätestens bei Beginn der Haltung beim Veterinäramt an, mit Völkerzahl und Standort. Halten Sie schon Bienen, melden Sie die geänderte Völkerzahl oder den neuen Quarantänestand nach. Je nach Bundesland kommt die Tierseuchenkasse hinzu.
Reicht es, die Weiselzellen auszubrechen?
Meist nicht. Ausbrechen wirkt nach Einschätzung der LWG nur bei beginnender Schwarmstimmung. Die Ursache, ein Überschuss an Jungbienen bei wenig offener Brut, bleibt bestehen, und das Volk setzt neue Zellen an. Sie müssen alle sieben bis neun Tage jede Wabe abschütteln und dürfen keine Zelle übersehen. Wirksamer ist es, Brutwaben mit ansitzenden Bienen zu entnehmen oder einen Flugling zu bilden.
Was ist ein Nachschwarm?
Ein Nachschwarm verlässt das Volk nach dem Vorschwarm, angeführt von einer unbegatteten Jungkönigin. Die ersten Jungköniginnen schlüpfen etwa acht Tage nach dem Vorschwarm. Nachschwärme sind kleiner, setzen sich oft höher an, bei 8 bis 10 Metern, und können mehrfach folgen. Das Muttervolk wird dadurch so geschwächt, dass die Ernte ausfällt.
Quellen
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 958 Eigentumserwerb an beweglichen herrenlosen Sachen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 961 Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 962 Verfolgungsrecht des Eigentümers, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 963 Vereinigung von Bienenschwärmen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Bürgerliches Gesetzbuch, § 964 Vermischung von Bienenschwärmen, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Bienenseuchen-Verordnung (BienSeuchV), insbesondere §§ 1a, 5 und 6, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Schwarmvorbeuge, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen Veitshöchheim
- Schwarmbehandlung, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen Veitshöchheim
- Varroakonzept: medikamentöse Standardbehandlung, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei
- Infobrief Bienen@Imkerei 06/2025: Schwarmkontrolle (J. Fischer, 25.04.2025), Arbeitsgemeinschaft der Bieneninstitute, LWG Institut für Bienenkunde und Imkerei Veitshöchheim
- Infobrief Bienen@Imkerei 08/2024: Schwarmkontrolle (K. Petzoldt-Treibert, 03.05.2024), Arbeitsgemeinschaft der Bieneninstitute, LLH Bieneninstitut Kirchhain
- Bienenvölker durch die Schwarmzeit führen (O. Boecking, F. Odemer, 18.04.2024), LAVES Institut für Bienenkunde Celle
- Herrenlose Schwärme (O. Boecking, F. Odemer, 04.04.2024), LAVES Institut für Bienenkunde Celle
- Varroa-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg (Stand 11/2024), Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim
- Population demography of feral honeybee colonies in central European forests (Royal Society Open Science, 2022), P. L. Kohl, B. Rutschmann, I. Steffan-Dewenter, Universität Würzburg
- Swarming in honey bees (Apis mellifera) and Varroa destructor population development in Sweden (Apidologie 34, 2003), I. Fries, H. Hansen, A. Imdorf, P. Rosenkranz
- Swarming Behavior of Honey Bees (Hymenoptera: Apidae) in Southeastern Louisiana (Annals of the Entomological Society of America, 2004), José D. Villa, USDA-ARS
- Bienenschwarmbörse: Infoblatt für Imkervereine und Behörden, Mellifera e.V., veröffentlicht durch das Landratsamt Altötting
- Bienen und Bienenschwärme, Stadt Köln
- Hornisse, Umweltbundesamt

