Geöffneter Brutraum mit Rähmchen voller Bienen

Zanderbeute: Maße, Rähmchen, Zargen, Betriebsweise und Preise

Zanderbeute erklärt: Rähmchenmaß 420 × 220 mm, Oberträger 477 oder 452 mm, Zargen, Zweiraum-Betriebsweise, Erweitern, Einwintern und Preise 2026.

Die Zanderbeute ist eine Magazinbeute für Zanderrähmchen mit dem Außenmaß 420 × 220 mm und einer Wabenfläche von 8,0 dm². Jede Zarge nimmt neun oder meist zehn Rähmchen im Abstand von 35 mm auf, Brut- und Honigraum haben dasselbe Maß. Geführt wird sie fast immer im Zweiraumbetrieb: zwei Zargen als Brutraum, darüber eine oder mehrere Honigzargen. Das Zandermaß zählt laut dem Institut für Bienenkunde und Imkerei der LWG zu den meistverwendeten Rähmchen in Deutschland, entsprechend groß ist das Angebot an Beuten, Ablegern und Zubehör.

Wer heute eine Zanderbeute kauft, muss vor allem zwei Dinge klären: welche Oberträgerlänge der Verein vor Ort nutzt und welche Bauform. Beides entscheidet darüber, ob Waben, Zargen und Ableger aus der Nachbarschaft passen.

Woher kommt die Zanderbeute?

Das Zandermaß geht auf den Zoologen und Bienenkundler Enoch Zander zurück. Laut LWG wurde er bei der Gründung der Königlichen Anstalt für Bienenzucht in Erlangen 1907, des ersten Bieneninstituts Deutschlands, als junger Privatdozent zum wissenschaftlichen Leiter berufen; die Oberleitung hatte zunächst der Zoologe Albert Fleischmann. Zander leitete das Institut von 1926 bis 1937 und von 1942 bis 1948, entdeckte den Erreger Nosema apis und entwickelte das Wabenmaß, das heute seinen Namen trägt. Gemeinsam mit Imkermeister Johann Merz entstand die Zanderbeute für die Freiaufstellung, also für Beuten, die nicht im Bienenhaus stehen.

Aus der Erlanger Linie stammt auch die Erlanger Beute, die unter Dr. Karl Weiß zur modernen Freiaufstellungsbeute weiterentwickelt wurde. Ihr Merkmal sind die kurzen Ohren: Das Rähmchen „Zander nach Weiß” hat dasselbe Wabenmaß, aber einen 452 statt 477 mm langen Oberträger. Das Institut zog 1957 in ein eigenes Haus auf dem Erlanger Burgberg, wurde 2003 als Fachzentrum Bienen an die LWG in Veitshöchheim angegliedert und heißt seit 2017 Institut für Bienenkunde und Imkerei.

Heute ist die Zanderbeute in Deutschland ein Standard. Der Deutsche Imkerbund zählte 2024 137.223 Mitglieder mit 929.065 Völkern, im Schnitt also knapp sieben Völker je Imker. Für diese kleinen und mittleren Imkereien ist ein einheitliches, überall erhältliches Maß ein großer Vorteil.

Welche Maße hat die Zanderbeute?

Das Zanderrähmchen

Die LWG gibt die Rähmchenmaße so an:

Rähmchen Oberträgerlänge Rähmchen-Außenmaß (L × H) Wabenfläche Holzstärke
Zander 477 mm 420 × 220 mm 8,0 dm² 10 mm
Zander nach Weiß (kurze Ohren, Erlanger Magazin) 452 mm 420 × 220 mm 8,0 dm² 10 mm
Deutsch Normalmaß 394 mm 370 × 223 mm 7,3 dm² 8 mm
Dadant 483 mm 448 × 285 mm 10,8 dm² 10 mm

Beim Standard-Zander stehen die Ohren also je 28,5 mm über; die LWG führt in ihren Beutenblättern genau diese „langen Ohren (28,5 mm)” an. Lange Ohren lassen sich laut LWG besser greifen. Beim Zander nach Weiß sind es nur rund 16 mm. Ein 477er-Rähmchen passt deshalb nicht in eine Erlanger Zarge, ein 452er fällt in einer Standard-Zarge durch. Fragen Sie vor dem Kauf ausdrücklich nach der Oberträgerlänge.

Zur Ausstattung der Rähmchen nennt die LWG:

  • Abstandsregelung: Hoffmann-Seitenteile, die oben breiter sind und sich berühren, oder Abstandshalter aus Messing, Holz oder Kunststoff. Ein fester Abstand im Brutraum verhindert, dass Rähmchen verrutschen und Bienen gequetscht werden.
  • Draht: Edelstahl, weil Honig und Behandlungsmittel sauer sind. Senkrechte Drahtung gibt die höchste Stabilität, waagerechte passt zu schmalen Unterträgern oder breiten Oberträgern.
  • Unterträger: Schmale Unterträger erleichtern im Zweiraumbetrieb die Schwarmkontrolle von unten, biegen sich aber leichter durch und brauchen meist Querdrahtung.

Abstand, Wabengasse und Bienenabstand

Die LWG nennt für Zanderbeuten einen Rähmchenabstand von 35 mm von Mitte zu Mitte. Zwischen zwei ausgebauten Brutwaben bleibt so eine Wabengasse, in der die Bienen beidseitig arbeiten können. Entscheidend ist überall der Bienenabstand: Schmalere Spalten verkitten die Bienen mit Propolis, deutlich breitere bauen sie mit Wildbau zu. Die Zarge muss deshalb laut LWG mindestens 8 mm höher sein als das Rähmchen, damit auch über und unter den Waben dieser Abstand bleibt.

Die Mittelwände tragen Arbeiterinnenzellen von etwa 5,4 mm Weite. Auf einer Zanderwabe mit 8,0 dm² je Seite finden damit grob 3.000 Zellen pro Seite Platz, rund 6.000 je Wabe. Ein Brutraum aus zwei Zargen mit 20 Waben bietet also deutlich mehr Zellen, als eine Königin gleichzeitig bestiften kann; der Rest dient als Pollen- und Futterkranz.

Die Zarge

Für die Hohenheimer Einfachbeute, die Standardbeute der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim, nennt der Bauplan 20 mm starkes Holz und Seitenwände von 520 × 227 mm. Eine Zarge ist also gut 52 cm lang und rund 23 cm hoch, die Breite liegt bei etwa 43 cm. Handelsübliche Zander-Zargen bewegen sich in derselben Größenordnung: Die Liebig-Zarge bei Bienen Schmidt wird mit 52 × 42 × 23 cm angegeben. Die Waben stehen im Kaltbau, also quer zum Flugloch.

Die Zargenhöhe von rund 227 mm über einem 220-mm-Rähmchen entspricht der LWG-Regel „Rähmchenhöhe plus mindestens 8 mm”. Für die Wandstärke nennt die LWG bei Holzbeuten etwa 24 mm; die Zander-Normalmaßbeute baut mit 22 bis 28 mm, die Hohenheimer Einfachbeute mit 20 mm. Eine besondere Isolierung ist laut LWG nicht nötig.

Welche Bauformen der Zanderbeute gibt es?

„Zanderbeute” ist kein geschütztes Modell, sondern eine Familie von Magazinen für dasselbe Wabenmaß. Die LWG ordnet diese Beuten den „kompatiblen” Magazinen mit einheitlicher Zargenhöhe zu:

Bauform Herkunft Besonderheiten
Hohenheimer Einfachbeute, im Handel oft „Zanderbeute nach Dr. Liebig” Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim falzlose Zargen aus 20 mm Holz, große Griffleisten, Gitterboden mit Schublade, Bauplan frei verfügbar
Zander-Normalmaßbeute (Heroldbeute) in Bayern verbreitet (LWG) Innenfalz, nimmt 10 Zander im Kaltbau oder 12 Normalmaß im Warmbau auf
Erlanger Magazin Erlangen, heute LWG Veitshöchheim Zander nach Weiß mit 452-mm-Oberträger
Neuner-Zanderbeuten Fachhandel 9 Rähmchen je Zarge
Styropor- und EPP-Magazine im Zandermaß, etwa Segeberger Beute Fachhandel leicht, gut gedämmt, nicht abflammbar

Daneben gibt es Abwandlungen, die nicht mehr zum reinen Zweiraumsystem gehören. Die Zadant-Beute kombiniert die Zanderlänge mit einem hohen Brutraum für den Einraumbetrieb, die LWG führt sie zusammen mit Dadant als System mit hohem Brutraum und flachen Honigzargen. Im Handel finden Sie außerdem Zander-Flachzargen und „1,5 Zander”-Zargen. Wer solche Zargen einsetzt, braucht ein zweites Rähmchenmaß und verliert den wichtigsten Vorteil der Zanderbeute, die freie Tauschbarkeit aller Waben.

Holz oder Styropor?

Holzbeuten aus Weymouthskiefer oder Fichte sind robust, reparierbar und lassen sich mit dem Gasbrenner abflammen. Die LWG rät, auf Anstriche möglichst zu verzichten und die Beuten frei mit Überdeckel aufzustellen; wenn gestrichen wird, dann lösungsmittelfrei, etwa mit reinem Leinöl oder Farben auf Wasserbasis ohne biozide Wirkung. Gestrichen werden nur die Außenseiten. Kunststoff ist leicht und maßhaltig, wird aber laut LWG mit dem Alter spröde. Styropor dämmt gut, lässt sich aber nicht abflammen, sondern nur nass reinigen. Mischen Sie Holz und Styropor nur, wenn der Hersteller die Zargen ausdrücklich als kompatibel ausweist; die Außenmaße weichen oft ab.

Woraus besteht eine Zanderbeute?

Von unten nach oben:

  1. Boden: Hoch- oder Flachboden mit Fluglochkeil und Varroagitter. Für die Gemülldiagnose nennt die LWG Gitter mit höchstens 3 mm Lochgröße und 2 mm Stegbreite, darunter eine Schublade. Für die Verdunstung von Varroamitteln sollte der Raum unter den Rähmchen höchstens 6 cm hoch sein.
  2. Zwei Brutraumzargen mit je zehn Rähmchen.
  3. Absperrgitter zwischen Brut- und Honigraum. Im Zweiraumbetrieb ist es laut LWG optional, die meisten Imker setzen es ein.
  4. Honigraumzarge(n): im reinen Zandersystem dieselbe Zarge wie im Brutraum.
  5. Innendeckel oder Folie und ein isolierter Holz- oder Blechdeckel. Die Hohenheimer Einfachbeute nutzt einen Innendeckel mit 30 mm Dämmplatte unter einer 10 cm hohen Blechhaube.
  6. Zubehör: Futterzarge oder Futterdeckel, Bienenfluchtzwischenboden für die Ernte, Spanngurte für die Wanderung. Für die Hohenheimer Einfachbeute gibt es einen Viererboden, auf dem vier Begattungsvölkchen auf einer Zarge Platz finden.

Wie die Bienen Brut, Pollen und Honig in diesem Raum anordnen, lesen Sie im Beitrag zum Aufbau des Bienenvolks.

Zander oder Dadant, Zander oder Normalmaß?

Der Hauptunterschied liegt in der Betriebsweise. Die LWG stellt die beiden Grundsysteme so gegenüber:

Kriterium Zweiraumsystem (Zander) Einraumsystem (Dadant, Zadant)
Rähmchenmaße ein Maß für Brut und Honig zwei Maße, Brutraum höher
Brutraum nicht begrenzt, zwei Zargen eine hohe Zarge, mit Schied begrenzt
Erweitern zargenweise wabenweise
Schwarmkontrolle Kippkontrolle der oberen Zarge Ziehen einzelner Waben
Ablegerbildung einfach, Zarge abheben aufwendiger
Gewicht alle Zargen gleich schwer Brutraum schwer, Honigzargen leicht

Für Zander spricht in Deutschland vor allem die Verbreitung: Ableger, Ersatzwaben, geliehene Zargen und Schleuderkörbe passen fast überall. Die Infobriefe der Bieneninstitute rechnen mit 1,5 kg Winterfutter je bienenbesetzter Zanderwabe und 2,1 kg je Dadantwabe; eine voll verdeckelte Zanderwabe enthält etwa 2 kg, eine Dadantwabe etwa 3 kg. Das zeigt den Größenunterschied: Eine Dadantwabe entspricht etwa 1,3 bis 1,5 Zanderwaben.

Das Deutsch Normalmaß ist die zweite große deutsche Familie. Mit 7,3 dm² ist die Wabe etwas kleiner, eine Zarge nimmt 12 Rähmchen auf. Die Zander-Normalmaßbeute kann beide Maße aufnehmen, Zander quer und Normalmaß längs, doch Waben tauschen Sie nicht zwischen den Systemen. Ausführlich verglichen sind alle Systeme in unserem Beitrag zu den Beutensystemen.

Wie führt man ein Volk in der Zanderbeute durch das Jahr?

Der Ablauf unten gilt für eine mittlere Lage in Deutschland. In milden Lagen wie dem Oberrheingraben beginnt die Saison früher, im Mittelgebirge und an der Küste später. Richten Sie sich nicht nach dem Kalender, sondern nach der Pflanzenentwicklung: Die LWG koppelt das Erweitern an Kirschblüte und Rapsblüte.

Frühjahr: Erweitern

Ein Zandervolk überwintert meist auf zwei Zargen oder, bei kleineren Völkern und Ablegern, auf einer. Für das Erweitern im Magazin gilt laut LWG:

  • Zweiter Brutraum: In einem durchschnittlichen Jahr wird er in tieferen Lagen zu Beginn der Kirschblüte gebraucht. Er kommt oben auf. Sitzt bereits ein Honigraum auf dem Volk, setzen Sie die zweite Brutzarge zwischen Brutraum und Honigraum.
  • Honigraum: in der Regel zu Beginn der Rapsblüte, über dem Absperrgitter.
  • Dritte Zarge: meist gegen Ende der Obstblüte oder kurz vor der Rapsblüte.
  • Maßstab: Erweitert wird nach dem stärksten Volk des Standes, und zwar immer um eine ganze Zarge.

Anzeichen für Platzmangel sind dicht besetzte Waben, ein Bienenbart am Flugloch, eine Traube unter den Rähmchen und viel Wildbau. Auch eine starke Tracht kann den Brutraum mit Nektar füllen und die Königin einengen.

Die LWG schlägt für eine Brutraumzarge mit zehn Rähmchen diese Bestückung vor: fünf Mittelwände, vier ausgebaute, unbebrütete Waben und einen leeren Baurahmen für Drohnenbau. Der Baurahmen dient zugleich als Drohnenrahmen für die biotechnische Varroabekämpfung. Ein Honigraum kann ganz aus Mittelwänden bestehen; das ergibt den saubersten Honig, wird aber langsamer angenommen. Ausgebaute Honigwaben, die nie chemisch behandelt wurden, nehmen die Bienen schneller an. Alte Brutwaben gehören nicht in den Honigraum.

Schwarmzeit: Kippkontrolle

Der große praktische Vorteil des Zweiraumbetriebs ist die Kippkontrolle. Sie kippen die obere Brutzarge an der Rückseite hoch und sehen von unten auf die Unterträger. Schwarmzellen sitzen meist dort am Wabenrand. Schmale Unterträger erleichtern den Blick. Im Einraumsystem müssen Sie dafür Wabe für Wabe ziehen. Findet sich Schwarmstimmung, lässt sich in der Zanderbeute mit Brutwaben aus einer Zarge schnell ein Ableger bilden. Mehr zu Vorbeugung und Ablauf lesen Sie im Beitrag zur Schwarmzeit.

Sommer: Ernte und Varroa

Geerntet werden Waben, die überwiegend verdeckelt sind und deren Wassergehalt passt. Die Honigverordnung erlaubt höchstens 20 Prozent Wasser, bei Heidehonig 23 Prozent. Für den Honig im Glas des Deutschen Imkerbundes gelten strengere Richtlinien: höchstens 18 Prozent, bei Heide 21,4 Prozent. Am Tag vor der Ernte legen Sie einen Bienenfluchtzwischenboden unter den Honigraum.

Eine Zarge mit zehn vollen Zanderwaben enthält rund 20 kg Honig. Mit Holz, Rähmchen und Wachs ist sie deutlich schwerer. Das ist der Hauptnachteil des reinen Zandersystems: Jede volle Zarge ist gleich schwer, auch die Honigzargen. Wer Rücken oder Gelenke schonen muss, entnimmt die Waben einzeln in eine Transportkiste oder nutzt Flachzargen als Honigraum und nimmt das zweite Maß in Kauf.

Nach der letzten Ernte beginnt die Varroabehandlung. Das Varroakonzept Baden-Württemberg der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim verlangt die Sommerbehandlung nach Trachtende und Befallsdiagnose, spätestens Ende Juli. Ab 5 Milben pro Tag im natürlichen Totenfall ist zu behandeln, ab 10 sofort, im Herbst bereits ab 2 bis 3. Für die Ameisensäure-Langzeitbehandlung gibt die Fachinformation von Ameisensäure 60 Bernburg 12 bis 20 ml je Zarge und Tag über 10 Tage an, bezogen auf Zargen von etwa 40 Litern, bei Tagestemperaturen über 12 °C und unter 30 °C, mit Nassenheider- oder Liebig-Verdunstern. Für die Kurzzeitbehandlung sind es 40 ml je Zarge auf einem Schwammtuch, bezogen auf Zargen von etwa 60 Litern. Behandelt wird bei zwei Brutzargen jede besetzte Zarge nach Gebrauchsinformation; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des konkreten Präparats.

Im Winter folgt eine Oxalsäurebehandlung im brutfreien Volk. Hohenheim empfiehlt, jede besetzte Wabengasse der Wintertraube direkt zu beträufeln. Sitzen die Bienen in zwei Zargen, kippen Sie die obere Zarge an, um auch die Bienen in der unteren zu erreichen. Die Mengen je Wabengasse stehen in der Gebrauchsinformation des jeweiligen Mittels und richten sich nach der Wabengröße. Alle Präparate, Dosierungen und Schwellen erklärt unser Beitrag zur Varroa-Behandlung.

Spätsommer: Auffüttern und Einwintern

Die Bieneninstitute nennen im Infobrief Bienen@Imkerei 21/2020 diese Werte:

Angabe Zander
Wintervorrat, einräumig ca. 15 kg
Wintervorrat, zweiräumig 18 bis 22 kg
Futter je bienenbesetzter Wabe 1,5 kg
Futter auf einer voll verdeckelten Wabe ca. 2 kg
Zuckerwasser je Gabe höchstens 5 l, bei Jungvölkern 2 bis 3 l
Invertzuckersirup je Gabe (Vollvolk) bis 10 l

Für Vorräte eignet sich Zuckerwasser 3:2 besser als 1:1. In Oberfranken endet die Tracht laut Infobrief meist um den 20. Juli; danach beginnt die Fütterung, damit die Königin weiter brütet und gesunde Winterbienen aufzieht. Gefüttert wird abends, um Räuberei zu vermeiden. Mehr zu Futterarten und Gerät steht im Beitrag Bienen füttern.

Winter

Im Winter bleibt die Beute geschlossen. Kontrollieren Sie Deckel, Flugloch und Gewicht von außen. Die Schublade unter dem Gitterboden verrät, wo die Traube sitzt und wie viele Milben fallen.

Waben erneuern und Material pflegen

Im Zweiraumbetrieb lassen sich Brutwaben einfach erneuern: Alte Waben wandern im Frühjahr an den Rand oder nach oben, werden nach dem Schlupf der Brut entnommen und durch Mittelwände ersetzt. Die LWG empfiehlt, beim Erweitern des Brutraums etwa die Hälfte als Mittelwände zu geben. Waben und Beuten aus kranken oder eingegangenen Völkern dürfen laut LWG auf keinen Fall ohne vorherige Reinigung und Desinfektion wiederverwendet werden.

Leere Zargen und Rähmchen werden vor der Wiederverwendung gereinigt und desinfiziert: Wachs- und Kokonreste abkratzen, dann in heißer 2-prozentiger Ätznatronlösung waschen oder mit dem Gasbrenner abflammen, bis sich das Holz leicht verfärbt. Im Seuchenfall arbeitet man mit 3- bis 5-prozentiger Lösung nach Absprache mit dem Amtstierarzt. Entnommene Waben sortieren Sie nach Zustand; dunkle Brutwaben werden eingeschmolzen, gelagerte Waben brauchen Schutz gegen Wachsmotten.

Was kostet eine Zanderbeute 2026?

Material Preis (Oktober 2026)
Liebig-Zander-Komplettbeute, Holz: Hochboden mit Varroaschublade, 3 Ganzzargen, isolierter Holzdeckel, ohne Rähmchen, unbehandelt, ca. 14 kg (Bienen Schmidt) 144,90 €
Liebig-Zanderbeute mit Flachboden, Zargen aus Weymouthskiefer, fertig montiert (Bienen Ruck) ab 154,40 €
Magazinbeute (LWG-Kalkulation) 120 €
Zusätzliche Zarge (LWG) 25 €
Blechdeckel (LWG) 20 €
Absperrgitter (LWG) 15 €
Rähmchen (LWG) 1 € je Stück
Mittelwände (LWG) 6 kg für 60 €

Die Komplettbeuten im Handel kommen typischerweise ohne Rähmchen und ohne Anstrich; Absperrgitter und Futterzarge müssen Sie oft separat bestellen. Für ein Volk im Zweiraumbetrieb brauchen Sie mit Honigraum drei Zargen und 30 Rähmchen, dazu Mittelwände, ein Absperrgitter und eine Futtereinrichtung. Nach unserer Schätzung auf Basis der Preise oben kostet eine vollständig bestückte Holzbeute je Volk rund 220 bis 270 Euro, je nach Hersteller. Die LWG kalkuliert für drei Völker 120 Rähmchen und 6 kg Mittelwände. Die komplette Startausstattung mit Schutzkleidung, Werkzeug und Ablegern finden Sie in unserer Liste zur Imkerausrüstung für Anfänger.

Selbst bauen

Die Hohenheimer Einfachbeute ist als Selbstbau gedacht: einfacher Aufbau aus Holz, laut Landesanstalt preiswert selbst herzustellen. Der Bauplan steht kostenlos zum Download bereit und lässt sich laut Hohenheim auf andere Rähmchenmaße anpassen. Wichtig beim Selbstbau ist Maßhaltigkeit: Weicht Ihre Zarge um wenige Millimeter ab, passen Zargen aus dem Handel nicht mehr bündig darauf, und der Bienenabstand über den Rähmchen stimmt nicht.

Was müssen Sie vor dem ersten Volk rechtlich beachten?

Die Beute selbst ist nicht genehmigungspflichtig, wohl aber die Bienenhaltung:

  • Anzeige beim Veterinäramt: Nach § 1a der Bienenseuchen-Verordnung zeigen Sie die Bienenhaltung spätestens bei Beginn mit Anzahl der Völker und Standort an. Sie erhalten eine zwölfstellige Registernummer aus dem Gemeindeschlüssel und einer vierstelligen Betriebsnummer.
  • Gesundheitszeugnis beim Verbringen: Wer Völker an einen anderen Ort verbringt, etwa einen gekauften Ableger oder ein Wandervolk, legt nach § 5 BienSeuchV der Behörde am neuen Standort unverzüglich eine amtstierärztliche Bescheinigung vor. Sie muss bestätigen, dass die Bienen frei von Amerikanischer Faulbrut sind und nicht aus einem Sperrbezirk kommen, darf nicht vor dem 1. September des Vorjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate sein.
  • Varroabehandlung: Nach § 15 BienSeuchV muss der Besitzer bei Varroabefall alle Völker eines Standes jährlich behandeln.
  • Tierseuchenkasse: Je nach Bundesland müssen Sie Ihre Völker zusätzlich melden. In Baden-Württemberg gilt für Bienenhalter seit 2026 der 1. Mai als Stichtag, erstmals am 1. Mai 2026, unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft. Andere Länder haben eigene Stichtage und Beiträge.

Den Ablauf der Anmeldung in den einzelnen Ländern beschreibt unser Beitrag Bienen anmelden.

Vor- und Nachteile der Zanderbeute auf einen Blick

Vorteile

  • ein Rähmchenmaß für den ganzen Betrieb, alle Waben frei tauschbar
  • in Deutschland weit verbreitet: Ableger, Zargen, Mittelwände und Schleuderkörbe überall erhältlich
  • einfache Schwarmkontrolle durch Kippen, einfache Ablegerbildung durch Abheben einer Zarge
  • Brutwabenerneuerung im Zweiraumbetrieb unkompliziert
  • Selbstbau nach freiem Bauplan möglich

Nachteile

  • volle Honigzargen wiegen über 20 kg
  • zwei Oberträgerlängen (477 und 452 mm) im Umlauf, die nicht zusammenpassen
  • im Zweiraumbetrieb mehr Zargen und mehr Rähmchen je Volk als in einem Einraumsystem
  • mehr Waben, die bei Behandlung, Auffüttern und Ernte bewegt werden

Prüfen Sie vor dem Kauf: Oberträgerlänge und Rähmchenzahl je Zarge, Material und Wandstärke, ob Boden mit Gitter und Schublade dabei ist und ob Rähmchen, Absperrgitter und Futterzarge im Lieferumfang stehen. Und vor allem: Welches Maß nutzen Ihr Verein und Ihr Imkerpate?

Häufige Fragen

Welche Maße hat ein Zanderrähmchen?

Das Zanderrähmchen misst außen 420 × 220 mm, die Wabenfläche liegt laut LWG Veitshöchheim bei 8,0 dm² je Seite. Der Oberträger ist beim Standard-Zander 477 mm lang, die Ohren sind also je 28,5 mm. Beim Zander nach Weiß, etwa im Erlanger Magazin, ist er nur 452 mm lang. Beide Varianten passen nicht in dieselbe Zarge.

Wie viele Rähmchen passen in eine Zander-Zarge?

In die üblichen Zanderbeuten wie die Hohenheimer Einfachbeute oder die Zander-Normalmaßbeute passen zehn Zanderrähmchen bei einem Rähmchenabstand von 35 mm. Daneben gibt es Neuner-Beuten mit neun Rähmchen je Zarge. Die LWG nennt für Zanderbeuten deshalb 9 oder 10 Rähmchen je Zarge.

Was ist der Unterschied zwischen Zander und Dadant?

Zander ist ein Zweiraumsystem mit nur einem Rähmchenmaß: Brut- und Honigraum sind gleich groß, Waben lassen sich frei tauschen, erweitert wird zargenweise. Dadant ist ein Einraumsystem mit hohem Brutraum (Wabe 448 × 285 mm, 10,8 dm²) und flachen Honigzargen. Es wird wabenweise erweitert und braucht zwei Rähmchengrößen.

Wie schwer ist eine volle Zander-Honigzarge?

Eine voll verdeckelte Zanderwabe enthält nach den Bieneninstituten etwa 2 kg Honig oder Futter. Eine Zarge mit zehn vollen Waben bringt damit rund 20 kg Honig auf die Waage, mit Holz, Rähmchen und Wachs deutlich über 20 kg. Wer das nicht heben will, setzt als Honigraum Flachzargen auf oder erntet wabenweise in eine Transportkiste.

Wie viel Winterfutter braucht ein Volk in der Zanderbeute?

Die Bieneninstitute nennen für einräumig überwinternde Völker rund 15 kg, für zweiräumige 18 bis 22 kg Wintervorrat. Als Faustzahl gilt 1,5 kg Futter je bienenbesetzter Zanderwabe. Aus 1 kg Zucker oder Sirup werden ungefähr 1 kg eingelagertes Futter. Prüfen Sie im Spätsommer durch Wiegen oder Anheben der Beute.

Was kostet eine Zanderbeute?

Eine Holz-Komplettbeute mit Boden, drei Zander-Zargen und Deckel kostete im Oktober 2026 im Fachhandel etwa 145 bis 155 Euro, ohne Rähmchen und meist ohne Anstrich. Die LWG kalkuliert 120 Euro je Magazinbeute, 25 Euro je Zusatzzarge, 20 Euro je Blechdeckel und 1 Euro je Rähmchen. Dazu kommen Mittelwände, Absperrgitter und Futterzarge.

Ist die Zanderbeute für Anfänger geeignet?

Ja, vor allem wenn Ihr Imkerverein und Ihr Pate Zander nutzen. Alle Waben haben ein Maß, Ableger auf Zanderwaben sind überall erhältlich, Zubehör und Schleudern sind darauf ausgelegt. Nachteile sind das Gewicht voller Zargen und dass im Zweiraumbetrieb häufiger ganze Zargen bewegt werden müssen als bei einem Einraumsystem.

Kann ich Zander und Deutsch Normalmaß mischen?

Nur eingeschränkt. Normalmaß-Rähmchen sind mit 370 × 223 mm kürzer, ihr Oberträger misst 394 mm und hängt nicht in einer Zander-Zarge. Kompatible Beuten wie die Zander-Normalmaßbeute nehmen zwar beide auf, Zander quer im Kaltbau und Normalmaß im Warmbau, doch Waben tauschen Sie nicht zwischen den Völkern. Bleiben Sie an einem Stand bei einem Maß.

Quellen

  1. Über uns: Geschichte des Instituts für Bienenkunde und Imkerei, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei
  2. Rähmchen, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  3. Beuten: Kriterien zur Auswahl, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  4. Beute: Zander-Normalmaßbeute (Heroldbeute), Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  5. Beute: Zandersystem (Hohenheimer Einfachbeute), Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  6. Betriebsmittel, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  7. Erweitern, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  8. Was kostet mich der Start?, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  9. Reinigung und Desinfektion, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  10. Honigkurs Teil 4: Vorgaben der Verbände, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen
  11. Hohenheimer Einfachbeute, Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim
  12. Bauplan Hohenheimer Einfachbeute, Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim
  13. Varroakonzept Baden-Württemberg (Stand November 2024), Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim
  14. Infobrief Bienen@Imkerei 21/2020: Am Bienenstand (Füttern, Räuberei), Infobrief Bienen@Imkerei der Bieneninstitute, Beitrag der LWG Veitshöchheim, veröffentlicht über das Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen
  15. Ameisensäure 60 Bernburg 684 mg/ml, Fachinformation (Zul.-Nr. V7006708.00.00), Serumwerk Bernburg AG
  16. Bienenseuchen-Verordnung (BienSeuchV), Gesamttext mit § 1a, § 5 und § 15, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
  17. Bekanntmachung der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg zur Meldepflicht für Bienenhalter (14.04.2026), Tierseuchenkasse Baden-Württemberg, veröffentlicht durch die Stadt Friedrichshafen
  18. Zahlen und Fakten, Deutscher Imkerbund e. V.
  19. Liebig Zander Komplettbeute mit Hochboden, Holzbeute (Preisangabe), Bienen Schmidt
  20. Dr. Liebig Zanderbeute, Komplettbeuten (Sortiment und Preise), Bienen Ruck